Clusterprojekt

Angewandte Friedens- und Demokratieerziehung anhand der Evaluierung und Begleitforschung der Friedenswochen des Österreichischen Studien- zentrums für Frieden und Konfliktlösung Burg Schlaining

ProjektpartnerInnen

Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung
Mag. Ursula Gamauf-Eberhardt MA
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Alpen-Adria-Universität / Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik
Mag.a Dr.in Bettina Gruber
Stellvertretende wissenschaftliche Leiterin
www.uni-klu.ac.at/frieden

Demokratiezentrum Wien
Mag.a Petra Dorfstätter
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
www.demokratiezentrum.org

Hintergrund

Conflict – Peace – Democracy – Cluster (CPDC)

Die Friedenserziehung hat wesentliche Überschneidungspunkte mit der Demokratieerziehung, die sich thematisch zum Beispiel in den Feldern der Menschenrechte, dem Globalen Lernen, der Auseinandersetzung mit Gewalt, Konflikt, Rassismus und Rechtsextremismus und speziellen Fragen der Politischen Bildung widerspiegeln. Die Auseinandersetzung mit kognitiven Fragen zu Politischen Systemen, internatonaler Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, mit Fragen der Gewalt und Gewaltprävention, Konflikten bzw. des Umgangs mit ihnen sind zentrale Anliegen und liegen im Fokus beider Disziplinen. Vor allem aber sind große Parallelen und Überschneidungen in den Ansätzen, Zugängen und Methoden der Befähigung von jungen Menschen zu sozialem Handeln und der Übermittlung von einschlägig notwendigen Kompetenzen vorhanden.

Evaluierung und Begleitforschung

Die Praxis der Evaluierung- und Wirkungsmessung in der Friedenspädagogik und auch in der Demokratieerziehung sind noch ein sehr wenig genutztes, kaum berücksichtigtes und nahezu unerforschtes Tätigkeitsfeld und kann von daher nach Seitz und Frieters-Reermann als ganz und gar unzureichend bezeichnet werden (Seitz 2004, 65/ Frieters-Reermann 2009, S 241).
Es ist hier festzuhalten, dass noch keine einheitlichen Definitionen und Vorstellungen von konfliktbezogenen und schon gar nicht friedenspädagogischen Evaluierungen vorliegen; hier handelt es sich noch um ein sehr junges und dynamisches Tätigkeitsfeld (Frieters 2009,
S 242).
In der friedenspädagogischen Praxis liegt eine theoretische Rückständigkeit vor - sie ist eng an die mangelnde Evaluierungspraxis geknüpft und es gibt eine unzureichende wissenschaftliche Begleitung von friedenspädagogischen Ansätzen (dadurch lassen sich wenige Aussagen über Wirkungen solcher Ansätze treffen (Schell-Faucon 2001, 32).

Das vorliegende Evaluierungsvorhaben verbindet eine externe und interne Evaluierung. Die internen Beobachtungen werden durch einen Blick von außen mit einer neuen Perspektive ergänzt. Der Kern der Evaluierung ist im vorliegenden Verständnis, beschreibbare Wirkungen und Veränderungen in Bezug auf individuelle, soziale und interaktive Systeme im Kontext von Frieden und Demokratie sichtbar zu machen.

Beforschung der "Friedenswochen" am ÖSFK Burg Schlaining

Im Zentrum der "Friedenswochen" steht Gewaltprävention (Primärprävention). Ziel dieses einzigartigen Projektes für SchülerInnen der 3.-13. Schulstufe ist erfolgreiches Konfliktmanagement im Klassenzimmer durch interaktive Methoden der Gewaltprävention, kooperative Kommunikation, gewaltfreie Konfliktlösung und nachhaltiges Teambuilding. Auch ein begleitendes Systemisches Kompetenztraining für LehrerInnen ist Teil des Pro-jektes, um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Pilotiert 2007, haben seither rund 3.500 SchülerInnen aus ganz Österreich an Friedenswochen auf Burg Schlaining teilgenommen. Die Friedenswochen werden seit Beginn vom BMBF und vom Land Burgenland gefördert und empfohlen; sie wurden 2009 als UNESCO Dekadenprojekt prämiert.

Ziel der Forschung

Ziel ist die Erfassung von Wirkungen der Friedens- und Demokratieerziehung. Folgende Forschungsfragen sind im Hintergrund:

  • Wie können Friedens- und Demokratieverständnis gelernt werden?
  • Wie kann friedensorientiertes, gewaltfreies und konstruktives Denken und Handeln durch pädagogische Prozesse, Angebote und Interventionen gefördert werden?
  • Wie kann und soll Wissen über Frieden und Demokratie vermittelt werden, wie können friedensfördernde Fähigkeiten/Kompetenzen vermittelt werden?
  • Wie kann eine Verbindung von Friedenspädagogik, Demokratielernen und Politischer Bildung für den Unterricht geschaffen werden?
  • Wie können LehrerInnen in der Auseinandersetzung mit den vorliegenden Schwerpunkten im Unterricht unterstützt werden?
  • Welche Aus- und Fortbildung, welche Unterrichtsmaterialien zur Unterstützung sind notwendig?
  • Wie können Wirkungstheorien über die vorliegende Forschung verdichtet werden?

Ergebnisse der Forschung

  • Wissenserweiterung in Bezug auf ergänzende Theorieansätze in der Friedens- und Demokratieerziehung; stärkere Verknüpfung beider Bereiche
  • Wissenserweiterung im Kontext der Vermittlung von Kompetenzen
  • Erarbeitung notwendiger Maßnahmen zur Unterstützung von Lehrkräften in der Schule
  • Sichtung von einschlägigen qualitätsvollen Projekten und Methoden, die Modellcharakter besitzen

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